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Was uns beschäftigt
'Entsetzen nach Prügel-Attacke in München', ‚Zwei Verletzte nach Angriff mit Messer am Züri Fäscht’, ‚Todesopfer nach Messerstecherei an Street Parade’ oder ‚Schwer Verletzter nach Angriff auf Jugendliche’.
Schlagzeilen dieser Art und Berichterstattungen über Gewaltdelikte auf offener Strasse sind leider keine Seltenheit. Am Anfang steht oft gar kein triftiger Grund. Ein vermeintlich schräger Blick, ein falsches Wort oder eine zufällige Rempelei genügt. Falsch verstandener Stolz, Imponiergehabe oder die angeblich verletzte Ehre reichen aus, dass aus einem jugendlichen Partygänger plötzlich ein rasender Schläger wird. Latent vorhandene Aggressionen und Gruppendynamik begünstigen die gereizte Stimmung, die vielleicht durch Alkoholkonsum noch zusätzlich Auftrieb erhält.
Auf verbale Attacken folgen Faustschläge, Kopfnüsse oder gar Messerstiche. Wuchtige Schläge ins Gesicht, heftige Fusstritte gegen den Körper eines bis vor wenigen Minuten völlig unbekannten Menschen werden ausgeteilt. Mittäter mischen sich ein, schlagen wahllos auf scheinbare Gegner ein. Opfer stecken brutal ausgeführte Kniestiche ein, krümmen sich vor Schmerzen. Selbst wenn sie zum Widerstand unfähig sind oder benommen am Boden liegen, werden sie weiter mit brutalen Fusstritten eingedeckt.
Solche Szenen stecken hinter nüchternen Polizeimeldungen. Sie laufen meist im urbanen Umfeld ab und häufen sich. Bei den Beteiligten handelt es sich fast ausnahmslos um männliche Jugendliche oder Jungerwachsene, teils auch mit Migrationshintergrund. Fast immer gehören sie zu einer Bande, die beim geringsten Anlass zur Gewaltanwendung neigt. Einzeltäter sind selten. Besonders erschreckend ist, dass die Angreifer auch vor dem Einsatz von Waffen, sei es ein mitgeführtes Messer oder eine Flasche, nicht zurückschrecken. Eine solche Auseinandersetzung dauert vielleicht nur 2 bis 3 Minuten. Sie kann aber für das Opfer gravierende Verletzungen bis hin zum Spital- und Reha-Aufenthalt zur Folge haben. Fassungslos werden die Eltern und Angehörigen damit konfrontiert.
Nicht selten haben wir es mit jugendlichen Opfern zu tun, die aus Angst vor Repressionen seitens der Täter an der Aufklärung der Tat wenig oder gar kein Interesse zeigen. Deshalb verzichten Geschädigte erfahrungsgemäss immer wieder darauf, eine Anzeige zu erstatten. Wir können jedoch von geständigen Tätern berichten, die Straftaten zugeben, die bislang niemand zur Anzeige gebracht hat! Unsere Feststellungen zeigen klar auf, dass die überführten Täter derart mit ihrer gegenwärtigen Situation beschäftigt sind, dass sie nicht an Rache denken. Sie sind gar nicht in der Lage, sich an einem oder gar mehreren Opfern zu rächen.
Gewalttätern ist Einhalt zu gebieten. Wir müssen sie gemeinsam stoppen und die Gewaltspirale durchbrechen. Hier sind wir alle gefordert. Kei Gwalt!
