Waffen

Gesetzliche Grundlagen

  • Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition (WG) SR 514.54
  • Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition (WV) SR 514.541
  • Kantonale Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition (WafVO) LS 552.1

Zuständigkeiten

Wohngemeinde:

  • Waffenerwerbsscheine

Statthalteramt:

  • Waffentragbewilligungen
  • Einzug von Waffen (Waffenbesitzer mit nachträglichen Hinderungsgründen)

Kantonspolizei Zürich:

  • Kantonale Ausnahmebewilligungen
  • EU-Feuerwaffenpass
  • Waffentragprüfungen
  • Waffenvernichtung
  • Auskünfte Waffenrecht

Bundesamt für Polizei:

  • Ein- / Ausfuhrbewilligungen

Keine Waffen im Sinne der Gesetzgebung - gefährlicher Gegenstand

Gegenstände die zwar gefährlich sein können, jedoch nicht unter die Waffengesetzgebung fallen. Beispielsweise:

  • Abschussvorrichtung für PTG (Signalstift)
  • Pfefferspray (Inhaltsstoff OC)
  • Zweihändig bedienbare Messer; unabhängig der Grösse (Taschenmesser)
  • Einhändig bedienbare manuelle Messer; unabhängig der Grösse
  • Asymmetrische Dolche und Wurfmesser
  • Asymmetrische Dolche mit Säge, Haken oder Zacken (z.B. Pfadidolch)
  • Antike Feuerwaffen (hergestellt vor 1870); jedoch Tragverbot
  • Antike Hieb- Stich- und andere Waffen (hergestellt vor 1900); jedoch Tragverbot
  • Federwaffen wie Armbrust oder Pfeilbogen
  • Schleudern ohne Armstützen

Trägt eine Person einen solchen gefährlichen Gegenstand missbräuchlich an einem öffentlich zugänglichen Ort auf sich oder führt sie ihn im Fahrzeug mit, kann die Polizei diesen Gegenstand sicherstellen.

Waffen im Sinne der Gesetzgebung

Gegenstände, die (mit Waffenerwerbsschein oder Vertrag) zwar erworben aber (ohne Waffentragschein) nicht getragen werden dürfen. Beispielsweise:

  • Feuerwaffen wie Pistolen, Revolver, Gewehre, etc.
  • Gasschusswaffen
  • Schreckschusswaffen
  • Tränengasspray (Inhaltsstoff CS oder CN)
  • Schlagstöcke
  • Druckluft- und CO2-Waffen; wenn Mündungsenergie min. 7.5 Joule oder Verwechslungsgefahr
  • Imitations- und Softair-Waffen, wenn Verwechslungsgefahr
  • Paintball-Waffen, wenn Verwechslungsgefahr

Verbotene Waffen im Sinne der Gesetzgebung

Gegenstände, welche weder erworben noch getragen werden dürfen. Beispielsweise:

  • Seriefeuerwaffen
  • Automatische Messer, wenn Klinge mehr als 5cm und Gesamtlänge mehr als 12cm
  • Schmetterlingsmesser, wenn Klinge mehr als 5cm und Gesamtlänge mehr als 12cm
  • Symmetrische Wurfmesser, wenn Klingenlänge mehr als 5cm und weniger als 30cm
  • Symmetrische Dolche (feststehende Klinge), wenn Klingenlänge mehr als 5cm und weniger als 30cm
  • Schlagringe
  • Schlagruten
  • Wurfsterne
  • Schleudern mit Armstütze
  • Elektroschockgeräte
  • Waffen, die einen Gebrauchsgegenstand vortäuschen wie schiessende Handys etc.

Wo erhalte ich einen Waffenerwerbsschein?

Im Kanton Zürich sind die Wohngemeinden für die Erteilung eines Waffenerwerbsscheines zuständig. Bei grossen Gemeinden/Städten mit Gemeinde-/Stadtpolizeien sind diese üblicherweise für die Erteilung eines Waffenerwerbsscheines zuständig.

Waffenerwerbsschein mit Aufenthaltsbewilligung „B“

Als ausländischer Staatsangehöriger ohne Niederlassungsbewilligung ist für den Erwerb von Feuerwaffen, zusätzlich zu den üblichen Unterlagen, eine Bestätigung des Heimatlands nötig, wonach der Gesuchsteller auch im Heimatland zum Erwerb von Waffen berechtigt wäre. Ein blosser Strafregisterauszug (Führungszeugnis,…) genügt nicht!

Als ausländischer Staatsangehöriger ohne Niederlassungsbewilligung ist für den Erwerb jeder Waffe (auch Softairwaffen) ein Waffenerwerbsschein nötig.

Waffenerwerbsschein mit Niederlassungsbewilligung „C“

Für Ausländer mit Niederlassungsbewilligung C gelten dieselben Kriterien wie für Schweizer Bürger. Ausgenommen davon sind die Angehörigen bestimmter Staaten gemäss Art. 12 Waffenver-ordnung (siehe „Verbot für bestimmte Staaten“).

Verbot für bestimmte Staaten

Der Erwerb, der Besitz, das Tragen von Waffen, das Schiessen mit Waffen ist für Angehörige folgender Staaten verboten:

  • Serbien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Kosovo
  • Mazedonien
  • Türkei
  • Sri Lanka
  • Algerien
  • Albanien

Dies gilt auch für Ausländer mit Niederlassungsbewilligung C!

Hinderungsgründe

Keinen Waffenerwerbsschein erhalten Personen, die:

  • das 18. Altersjahr noch nicht vollendet haben;
  • entmündigt sind;
  • zur Annahme Anlass geben, dass sie sich selbst oder Dritte mit der Waffe gefähr-den;
  • wegen einer Handlung, die eine gewalttätige oder gemeingefährliche Gesinnung bekunden oder wegen wiederholt begangener Verbrechen oder Vergehen im Strafregister eingetragen sind, solange der Eintrag nicht gelöscht ist.

Waffenerwerbsschein nein - Vertrag ja?

Die oben erwähnten Hinderungsgründe gelten sowohl für den Waffenerwerbsschein, als auch für den schriftlichen Vertrag. Wenn also ein Waffenerwerbsschein-Gesuch abgelehnt wird und der Gesuchsteller stattdessen mittels schriftlichem Vertrag eine meldepflichtige Waffe kauft, so macht er sich strafbar. Auch der Veräusserer macht sich in diesem Fall strafbar.

Auffälliges Verhalten von Waffenbesitzern

Erfahren Sie, dass eine Person im Besitz von Waffen ist und diese Person Grund zur Annahme gibt, dass Hinderungsgründe bestehen könnten, so muss dies ernst genommen werden. Bitte melden Sie Ihre Feststellungen beim nächsten Polizeiposten.

Übertragung unter Privatpersonen (Kauf, Tausch, Schenkung, Erbschaft, Miete und Gebrauchsleihe, …)

Für jede Übertragung einer Feuerwaffe ist ein Waffenerwerbsschein notwendig. Dies gilt auch unter Privatpersonen. Als Übertragung gilt jede Form von Besitzwechsel (Kauf, Tausch, Schenkung, Erbschaft, Miete, Gebrauchsleihe, etc.)

In Ausnahmefällen (z.Bsp. Sportwaffen, CH-Karabiner) genügt ein schriftlicher Vertrag. Die Vorlage für einen solchen Vertrag ist auf der Webseite des EJPDs erhältlich.

Der Veräusserer muss den ausgefüllten Waffenerwerbsschein (Kopie C) oder den schriftlichen Vertrag innert 30 Tagen den zuständigen Behörden zustellen.

Erbschaft von Waffen

Die Angehörigen eines verstorbenen Waffenbesitzers müssen diese Waffen innert sechs Monaten entweder mittels Waffenerwerbsschein übernehmen (ein Waffenerwerbsschein für alle hinterlassenen Waffen, falls diese vom selben Erben übernommen werden). Dabei ist dem Gesuch für den Waffenerwerbsschein eine detaillierte Liste sämtlicher Waffen (Waffenart, Hersteller, Modell, Kaliber, Seriennummer, ...) beizulegen. Oder sie müssen die Waffen innert sechs Monaten einem berechtigten Dritten (Waffenhändler oder Privatperson mit Waffenerwerbsschein) übergeben. Im Falle der Übernahme durch die Erbin/den Erben oder bei der Übergabe der Waffen an eine Privatperson ist immer die Kopie "C" des ausgefüllten Waffenerwerbscheins an die ausstellende Behörde zurückzusenden.

Wo erhalte ich einen Waffentragschein?

Im Kanton Zürich werden die Waffentragscheine (nach bestandener theoretischer und praktischer Waffentragprüfung bei der Polizei) durch die Statthalterämter des Wohnbezirkes ausgestellt.

Theoretische und praktische Waffentragprüfung

Für Fragen zur Waffentragprüfung (für Waffentragscheine) wenden Sie sich bitte an die Kantonspolizei Zürich, Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe (044 247 27 25, waffen-sprengstoffe@kapo.zh.ch)

Fragenkatalog theoretische Prüfung:

Prüfungsblätter praktische Prüfung:

EU-Feuerwaffenpass

Jäger und Sportschützen benötigen für das temporäre Verbringen von Feuerwaffen in einen anderen Schengenstaat einen europäischen Feuerwaffenpass (EU-Feuerwaffenpass). Dieser wird durch die Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe erstellt.

Der europäische Feuerwaffenpass ist kein Ersatz für eine Waffentragbewilligung.

Für das dauerhafte Verbringen (definitive Ein-, resp. Ausfuhr) von Feuerwaffen sind Ein-, resp. Ausfuhrbewilligungen vom Bundesamt für Polizei notwendig.

Kantonale Ausnahmebewilligung

Die Kantonspolizei kann Ausnahmen zum Erwerb verbotener Waffen und verbotenem Waffenzubehör bewilligen. Diese kantonalen Ausnahmebewilligungen werden nur sehr zurückhaltend erteilt.

Auskünfte darüber gibt die Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe (044 247 27 25).

Ein- Ausfuhr von Waffen

Für das dauerhafte Verbringen (definitive Ein-, resp. Ausfuhr) von Waffen in einen anderen Staat sind Ein-, resp. Ausfuhrbewilligungen vom Bundesamt für Polizei notwendig.

Beachten Sie bitte, dass in anderen Ländern allenfalls andere Waffengesetze gelten und dass die Einfuhr von dort legal (im Internet-Shop) erworbenen Waffen in der Schweiz ein Vergehen gegen das Waffengesetz sein könnte.

Transport von Waffen

Der Transport von Waffen auf direktem Weg vom Wohnort zu Schiessübungen, zum Waffenhändler, zu Kursen, bei einem Wohnsitzwechsel etc. ist erlaubt.

Beim Transport von Waffen müssen Waffen und Munition getrennt sein. Die Waffen dürfen nur solange transportiert werden, als es für die Tätigkeit, die dazu berechtigt, angemessen erscheint.

Aufbewahren von Waffen

Waffen, wesentliche Waffenbestandteile, Waffenzubehör, Munition und Munitionsbestandteile müssen sorgfältig aufbewahrt und vor dem Zugriff unberechtigter Dritter geschützt werden.

Jeder Verlust einer Waffe ist sofort der Polizei zu melden.
Es empfiehlt sich, den Verschluss von der Waffe getrennt aufzubewahren.

Wie entsorge ich nicht mehr benötigte Waffen

Nicht mehr benötigte Waffen können in jedem Polizeiposten, bei den Verkehrsstützpunkten der Kantonspolizei Zürich oder direkt bei der Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe (Lessingstrasse 33-35, 8002 Zürich) gegen Verzichtserklärung abgegeben werden.

Eine entsprechend erstellte Empfangsbescheinigung/Verzichtserklärung muss vom Überbringer unterzeichnet werden.

Film der Kantonspolizei Zürich: Waffenvernichtung Juni 2016

Jährliche Waffenrückgabe-Aktion

Einmal jährlich findet bei einem der Verkehrsstützpunkte der Kantonspolizei Zürich eine Aktion „Freiwillige Waffenrückgabe“ statt. Dabei können nicht mehr benötigte Waffe und Munition, Messer und Laserpointer, etc. gegen Verzichtserklärung abgegeben werden. Details betreffend der Aktionen werden frühzeitig auf unserer Homepage sowie in den Medien publiziert.

Umgang mit Schusswaffen

Gehen Sie mit Schusswaffen immer sehr sorgfältig und überlegt um. Unfälle ereignen sich oft mit vermeintlich ungeladenen Waffen. Wenn Sie mit den Vorschriften und dem sicheren Umgang mit Waffen nicht vertraut sind, empfehlen wir Ihnen eine Ausbildung, beispielsweise in einem Schützenverein.

Sicherheitstipps für den korrekten Umgang.

Sicherheitstipps

  • Jede Schusswaffe ist immer als geladen zu betrachten
  • NIE eine Waffe auf etwas richten, das man nicht treffen will
  • Finger nur bei gewollter Schussabgabe am Abzug
  • Jede Schussabgabe kann strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen

Schusswaffe als Schutz

In Notwehr-Situationen ist es Ihnen nur erlaubt, sich verhältnismässig und den Umständen entsprechend angemessen zu wehren (Art. 15 StGB).
Eine Schusswaffe ist nicht immer ein angemessenes Mittel. Ausserdem muss berücksichtigt werden, dass eine Waffe auch entrissen und gegen den Besitzer eingesetzt werden kann.

Weitere Fragen und rechtliche Auskünfte

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an die Kantonspolizei Zürich, Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe.

Tel +41 (0)44 247 27 25
Fax +41 (0)44 247 27 13
waffen-sprengstoffe@kapo.zh.ch