IRE - Interventionsstelle gegen Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus

Die Interventionsstelle gegen Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus (IRE) hat per 1. März 2018 ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist eine kantonale Anlaufstelle für Fragen zum Thema Extremismus. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Arten von Extremismen, seien sie religiös oder politisch begründet. Wir bieten tel. Beratungsgespräche sowie Fort- und Weiterbildungen an. Die Interventionsstelle ist angesiedelt bei der Präventionsabteilung der Kantonspolizei Zürich.

Wir sind in nationalen Vernetzungen wie z.B Jugend und Medien – das Informationsportal zur Förderung von Medienkompetenzen sowie internationalen Netzwerken wie dem Interdiziplinären Wissenschaftlichen Kompetenznetzwerk Deradikalisierung in Berlin oder der European Foundation for Democracy in Brüssel.

Die Interventionsstelle IRE dient der Umsetzung des Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus welcher am 7.12.2017 vorgestellt wurde.

Hauptaufgaben der Interventionsstelle

Entwicklung / Projekte

  • Konzeption von Programmen zur Verhinderung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus (Umsetzung NAP)
  • Beteiligung an Projekten (regional, kantonal, international)

Früherkennung / Intervention

  • Einsatz von Instrumenten zur Früherkennung (der Polizeiarbeit vorgelagert: z.B. RA-PROF, DyRias Islam-Screener als Front-Line-Instrument für die Lehrerschaft, Jugendvereine etc.)
  • Aufbau des Zürcher Netzwerks gegen Radikalisierung/Extremismus
  • Umsetzung von entwickelten Programmen

Information / Beratung

  • niederschwelliges Informations- und Beratungsangebot
  • Anlaufstelle für Behörden, Institutionen und die Bevölkerung

Aus- und Weiterbildung

  • Vorträge, Workshops intern/extern
  • Trainings für Multiplikatoren

 

  • Wir hören zu und beantworten Ihre Fragen, helfen die Situation zu klären und Handlungsmöglichkeiten zu erschliessen.
  • Eltern unterstützen wir dabei, die Beziehung zu ihrem Kind aufrecht zu erhalten. Gemeinsam arbeiten wir daran, dass die Jugendlichen wieder Vertrauen finden können, indem wir alternative Beziehungsangebote und Perspektiven bieten.
  • Schulen werden in der Früherkennung und bei Präventionsmassnahmen unterstützt
  • Wenn Sie beruflich mit dem Thema Extremismus konfrontiert sind, erarbeiten wir gemeinsam mögliche Sichtweisen und Hintergründe und unterstützen bei der Klärung von Aufgaben, Kompetenzen und Handlungsschritten.
  • Weitervermitteln an relevante Fachstellen.

 

  • Wir bieten Vorträge, Workshops und Trainings für Multiplikator/innen zum Thema Extremismus an.
  • Unsere Trainings werden von Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle und einem Pool aus externen Fachexperten durchgeführt. Alle Trainerinnen sind Expertinnen in ihren jeweiligen Bereichen und haben umfassende Erfahrungen. Wichtig ist uns ein kritischer Diversitätsansatz, der auch gesellschaftliche Ungleichheiten und strukturelle Diskriminierungen im Blick hat.

Mögliche Themen: (z.B. Rechtsextremismus, religiös begründeter Extremismus, Diversität, Antidiskriminierung, Rassismus, Deradikalisierung, Unterrichtsmaterialien u.a.) werden nach Rücksprache mit Ihnen speziell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.
 

Die Interventiosstelle IRE wir als erstes Vorhaben das Zürcher Netzwerk gegen Radikalisierung und gewaltbereitem Extremismus (NRE) organisieren und fest institutionalisieren.

Das Zürcher Netzwerk verbindet bestehende Präventionsmassnahmen in den verschiedenen Ressorts miteinander, stimmt sie aufeinander ab und baut sie aus. Das Netzwerk besteht aus zwei Säulen: Prävention und Deradikalisierung.

Säule 1: Prävention

  • Prävention setzt an, bevor eine Radikalisierung erkennbar ist.
  • Sie richtet sich an alle gesellschaftlichen Gruppen.
  • Hier greifen Massnahmen der allgemeinen und spezifischen Prävention.

Allgemeine Prävention

  • Toleranz und Demokratiefähigkeit werden möglichst flächendeckend gestärkt.
  • Werte wie gegenseitiger Respekt und Akzeptanz anderer Meinungen werden vermittelt (Werteerziehung).
  • Massnahmen zur Sensibilisierung (z.B. Handreichungen, Kampagnen etc.)
  • Vernetzung der relevanten Akteure im Kanton Zürich (Die Liste der Vernetzungspartner wird zu einem späteren Zeitpunkt hier aufgelistet).

Spezifische Prävention

  • Relevante Berufsgruppen werden fachlich geschult, um Radikalisierungsprozesse möglichst früh zu erkennen und entsprechend handeln zu können. Dazu zählen: Lehrkräfte, Ausbildungsträger, soziale Akteure der Kinder- und Jugendhilfe, Mitarbeiter in Flüchtlingseinrichtungen oder Mitarbeiter der Justiz und Polizei.
  • Diese Weiterbildung erfolgt im Rahmen von Beratungsgesprächen, Vorträgen und Schulungen.

Säule 2: Deradikalisierung

  • Sie erfolgt anlass- und personenbezogen im Falle eines Radikalisierungsprozesses bzw. einer bereits erfolgten Radikalisierung.
  • Im Mittelpunkt stehen hier die Beratung von Angehörigen, Beratung und Begleitung von Betroffenen im frühen Stadium des Prozesses sowie Ausstiegshilfen für bereits radikalisierte Personen.
  • Bei Verdacht auf Radikalisierung wird eine Unterstützung durch die Fachstelle IRE angeboten.