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Zwangsheirat

Zwangsheirat ist eine Menschenrechtsverletzung

Eine Ehe darf nur im freien und vollen Einverständnis der künftigen Ehegatten geschlossen werden (Art. 16 Abs. 2 EMRK). Zwangsheiraten sind in der Schweiz verboten. Seit dem 1. Juli 2013 wird mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft, wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder anderer Beschränkungen seiner Handlungsfreiheit nötigt, eine Ehe einzugehen oder eine Partnerschaft eintragen zu lassen (Art. 181a StGB). Eine Zwangsverheiratung kann hinsichtlich der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung einen Härtefall begründen (Art. 50 Abs. 2 AuG). Weitere Informationen dazu finden Sie unter den Ausführungen zu den einzelnen Gesetzen.

Eine Zwangsheirat liegt vor, wenn die Verheiratung gegen den Willen mindestens einer der beiden betroffenen Personen geschieht (Braut, Bräutigam oder beide). Von der Zwangsheirat ist die arrangierte Ehe zu unterscheiden. Allerdings sind die Übergänge meistens fliessend: Die arrangierte Ehe wird zwar von Dritten initiiert, die betroffenen Brautleute stimmen jedoch freiwillig der Heirat zu.

Zwangsheiraten kommen vor allem in Familien vor, in denen patriarchale Verhaltensweisen und Strukturen alltäglich sind. Sie sind nicht an bestimmte soziale Schichten oder Religionen gebunden und kommen in weiten Teilen der Welt vor, auch in der Schweiz. Davon betroffen sind Frauen wie Männer, wobei sich deren Handlungs- und Machtverhältnisse unterscheiden.

Zwangsheiraten tangieren meist nicht nur das Recht auf Ehefreiheit, sondern gehen insbesondere bei Frauen häufig einher mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung und der körperlichen Integrität. Damit verbunden sein können auch Einschränkungen der persönlichen Entwicklung wie beispielsweise die Verweigerung von Bildung, Berufsausübung und materieller Unabhängigkeit.

Die Gründe, weshalb Eltern die Ehe ihrer Kinder arrangieren oder sie in eine Ehe zwingen, sind vielfältig. Ebenso vielfältig sind die Gründe, weshalb die Kinder sich den Plänen ihrer Eltern fügen oder sich dagegen wehren. Die Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich hat sich diesem Thema besonders angenommen. Sie stellt Informationsmaterial zur Verfügung und bietet Weiterbildungsveranstaltungen für Fachpersonen an.

Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Webseite "Bundesprogram Bekämpfung Zwangsheiraten",  zwangsheirat.ch oder beim TikK Kompetenzzentrum für interkulturelle Konflikte.