Jugend & Gesetz

Strafverfahren

Sobald die Polizei von einer Straftat erfährt oder eine Anzeige entgegen nimmt, muss sie die Ermittlungen aufnehmen. Die Polizei rückt in vielen Fällen an den Tatort aus, stellt den Sachverhalt fest, befragt Opfer, Geschädigte oder Zeugen und ermittelt den oder die Täter.

Bei Tätern, die noch nicht 18 Jahre alt sind, wird Fachdienst Jugendintervention informiert oder mit der Uebernahme der Ermittlungen beauftragt. In schwer wiegenden Fällen (Raub, Erpressung, Drohung, Einbruchdiebstahl, Sexualdelikte etc.) und einem konkreten Tatverdacht kann der Täter von der Polizei verhaftet und bis zu 24 Stunden festgehalten werden. In dieser Zeit muss die Polizei

  • die Eltern und
  • die Jugendanwaltschaft informieren und
  • weitere Massnahmen ergreifen.

    Dazu können gehören:
  • Hausdurchsuchung am Wohnort des Täters
  • Erkennungsdienstliche Behandlung, wie
        - Abnahme der Fingerabdrücke
        - Erstellung eines Fotos
        - Abnahme eines Wangenschleimhautabstrichs (DNA)
  • Zuführung an die Jugendanwaltschaft oder
  • Entlassung aus der Haft.

    Die Polizei
  • führt Befragungen durch
  • erstellt Protokolle
  • fasst den Sachverhalt in einem Anzeigerapport zusammen und
  • leitet die Akten an die Jugendanwaltschaft weiter.

Der Jugendanwalt, oder die Jugendanwältin, prüft die Akten, macht mit dem Täter eine Einvernahme und entscheidet über das weitere Vorgehen. Der Jugendanwalt kann den von der Polizei vorläufig festgenommenen Täter bis zu sieben (7) Tage in Untersuchungshaft nehmen. Über eine Fortsetzung der Haft entscheidet dann dass Zwangsmassnahmengericht (ab 01.01.2011 in Kraft).

Untersuchungshäftlinge werden in eine Jugendzelle verlegt.
Während der Haft wird dem Täter von Amtes wegen ein Rechtsanwalt bestellt.

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