Zielgruppen

Schule

Die Zeiten haben sich geändert

Politische Entscheide, veränderte Strukturen und Lebensgewohnheiten innerhalb unserer Gesellschaft sowie die Entwicklung von neuen Medien haben auch in der Schule ihre Spuren hinterlassen. Die grossen Veränderungen in den vergangenen Jahren haben dazu geführt, dass die Schulen nicht selten an die Grenze der Belastbarkeit stossen. Anstehende Probleme stellen oft grosse Herausforderungen dar. Zur Unterstützung und wertvollen Entlastung der Lehrpersonen wurde bereits vielerorts die Schulsozialarbeit eingeführt. Diese Massnahme hat sich aus unserer Sicht bewährt.

Gewalt an Schulen

Stichworte wie ‚Gewalt an Schulen’, AMOK usw. haben Fachleute dazu veranlasst, diverse Ereignisse wissenschaftlich zu untersuchen und auszuwerten. Dabei ist man zum Ergebnis gekommen, dass das Informationsmanagement von entscheidender Bedeutung ist. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Jugendinstitutionen, Schulen, Polizei und Jugendanwaltschaft ist von grosser Wichtigkeit hinsichtlich Früherkennung und Bedrohungsbewältigung.
Sprechen Sie als Lehrperson, Schulleitung oder Schulsozialarbeiter Schülerinnen und Schüler die sich auffällig verhalten, möglichst frühzeitig an. Kümmern Sie sich um das Problem und zögern Sie nicht, unseren Dienst als Unterstützung beizuziehen.

Lassen Sie keine Gewalt von Schülerinnen und Schülern gegenüber Lehrpersonen zu. Eine Gewaltandrohung beispielsweise dürfen Sie auf keinen Fall durchgehen lassen. Ein solches Verhalten muss Konsequenzen haben. Von Gesetzes wegen haben Sie nur schon schulintern genügend Möglichkeiten, dagegen Massnahmen zu ergreifen. Ist begründete Angst vorhanden, empfehlen wir Ihnen, die Polizei herbeizuziehen und eine Strafanzeige zu erstatten. Sind Waffen oder andere gefährliche Gegenstände im Spiel oder werden bei der Drohung zumindest solche Gegenstände genannt, sollte das Einschalten der Polizei zwingend sein.

Schulhauskultur und Schulsozialarbeit

Immer wieder stellen wir in unseren Ermittlungen fest, dass Schülerinnen und Schüler unter falschem Vorwand dem Schulunterricht fernbleiben bleiben. Nicht immer handelt es sich dabei einfach um ‚Schulschwänzer’. Gehen Sie als Lehrperson gemeinsam mit der Schulleitung und allenfalls der Schulsozialarbeit dieser Sache auf den Grund und suchen Sie nach den Ursachen. Die Erziehungsberechtigten sollen dabei unbedingt sensibilisiert und miteinbezogen werden. Wir haben in verschiedenen Fällen feststellen können, dass es sich dabei um jugendliche Opfer gehandelt hat, die massiv Angst gehabt haben, weil sie in der Schule, auf dem Schulweg, in der Freizeit oder im Internet (in Chatrooms) von Tätergruppierungen in gewaltsamer Weise angegangen worden sind (Drohung, Erpressung, Nötigung, Tätlichkeiten, Körperverletzung etc.).

Achten Sie auf eine gute Schulhauskultur. Viele Schulen haben oft noch unzureichende oder überhaupt gar keine Schulregeln (Hausordnung). Speziell in Bezug auf die neuen Medien (Handy, Internet, Musikgeräte etc.) bestehen immer wieder Lücken oder schwammige Formulierungen. Wichtig sind klare, unmissverständliche Regeln mit umsetzbaren Konsequenzen.

Es ist nicht Sache der Schule, polizeiliche Ermittlungen zu leisten, dazu ist die Polizei da. Aufgrund der gesetzlichen Grundlagen ist nur die Polizei berechtigt, bei einem Tatverdacht Personenkontrollen und die damit verbundene Durchsuchung von Personen und Behältnissen durchzuführen. Eine sofortige Alarmierung der Polizei durch die Schule hat jedoch schon oftmals zum sofortigen Auffinden des Deliktsgutes und damit zur Ermittlung der Täterschaft geführt. Selbstverständlich sollte über allem der gesunde Menschenverstand stehen.

Die Kantonspolizei Zürich, insbesondere aber der Dienst Jugendintervention, steht Ihnen zur Verfügung, wenn Sie Hilfe in Form von Beratung, Intervention oder Prävention benötigen. In erster Linie können sich die Schulen an die örtlich zuständige Polizeistation wenden. Für komplexere Fälle oder Spezialprävention wenden Sie sich an uns.

"Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wo sie arbeiten sollte. Die Jugend steht nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widerspricht den Eltern und tyrannisiert die Lehrer."

Sokrates 469 v. Chr.; † 399 v. Chr. griechischer Philosoph