Kriminalstatistik 2019 – die polizeilichen Strategien im Kanton bewähren sich

23.03.2020 - Medienmitteilung

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Sicherheitsdirektor Mario Fehr und Christiane Lentjes Meili, Chefin Kriminalpolizei der Kantonspolizei Zürich, haben heute über die zentralen Punkte der polizeilichen Kriminalstatistik 2019 (PKS) für den Kanton Zürich informiert. Nach kontinuierlichem Rückgang seit 2012 hielt die Stagnation der Zahl der Delikte gemäss Strafgesetzbuch (StGB) auch im vergangenen Jahr an. Ein zentraler Fokus der polizeilichen Arbeit liegt auch weiterhin auf dem Bereich der häuslichen Gewalt und der Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen.

Die Zahl der im Kanton Zürich polizeilich festgestellten Delikte gemäss StGB ist 2019 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert geblieben (+402; +0,4%). Leicht abgenommen haben die registrierten Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz (–2,6%). Der starke Rückgang der Widerhandlungen gegen das Ausländerrecht (–21,8%) ist vorab auf eine Änderung bei der statistischen Erfassung zurückzuführen. Insgesamt wurden 2019 in der PKS rund 2000 oder 1,8% Delikte weniger als 2018 verzeichnet.
Die polizeilichen Strategien bewähren sich: Mit vernetzten Präventionsmassnahmen, flexibler Schwerpunktbildung und raschen Reaktionen auf Hotspots, analysebasierter Einsatzdisposition uniformierter und ziviler Polizeikräfte, innovativen Ermittlungsansätzen mit verstärkter Bildung von Sonderkommissionen, Einsatz von unterstützender Software und dank konsequenter Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen kann die Kriminalitätsbelastung auf tiefem Niveau gehalten werden. Das zeigt sich insbesondere im Bereich der Vermögensdelikte (Gesamtzahl –1036; –1,7%), wobei die Zahl der Einbruch- und Einschleichdiebstähle wegen serieller Kellereinbrüche geringfügig anstieg (+2,9%), während die Anzeigen wegen Betrügen sanken (–10,1%). Dennoch ist die Verlagerung der Ausführung von Straftaten in das Internet und die zunehmende Bedeutung digitaler Spuren spürbar. Wie im Vorjahr war 2019 auch die polizeiliche Vermögensabschöpfung besonders erfolgreich: So konnten Deliktserlöse und aus deliktischen Geldern erlangte Vermögenswerte im Liquidationsbetrag von gegen 39 Millionen Franken sichergestellt werden.
2019 hat die Zahl ermittelter jugendlicher Beschuldigter von Delikten gemäss Strafgesetzbuch gegenüber dem Vorjahr markant zugenommen (+23,3%). Die Zunahme zeigt sich in nahezu allen Deliktskategorien des StGB. Insbesondere bei den Gewaltdelikten (+58,7%), aber auch bei den Vermögensdelikten (+10,5%) wurden deutlich mehr jugendliche Beschuldigte identifiziert. Ebenso ist der hohe Anteil identifizierter jugendlicher Beschuldigter in Fällen von illegaler Pornografie bedenklich (43,6%; 2018: 25,5%).
2019 wurden erneut mehr Straftaten gegen Leib und Leben (+6,5%) verzeichnet, wobei sich die Zahl der Opfer von vollendeten Tötungsdelikten mehr als verdoppelte (16 Personen). Insgesamt fällt hier wiederum der Anstieg von Tätlichkeiten (+4,1%), Körperverletzungen (+6,1%), Raubdelikten (+10,8%) und Beteiligung an Angriff/Raufhandel (+8,5%) ins Gewicht. Die Ursachen sind vielfältig: Vermehrte Aggressionen und gewalttätige Auseinandersetzungen im Ausgang und Freizeitverhalten gehören ebenso dazu, wie mehr Anzeigen im Kontext häuslicher Gewalt.

«Die Kantonspolizei verstärkt ihren Kampf gegen häusliche Gewalt laufend – gerade auch in der aktuellen Situation», hält Sicherheitsdirektor Mario Fehr fest: «Die Einsatzzentrale der Polizei und die Regionalpolizei behandeln entsprechende Meldungen prioritär.» Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, ist ein Schwerpunkt der Regierungsarbeit. So wurden innerhalb der Präventionsabteilung der Kantonspolizei der Dienst Gewaltschutz und die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt personell verstärkt, der Schutz von Stalking-Opfern wird erweitert, Opferhilfestellen und Frauenhäuser werden stärker unterstützt. «Das sind wichtige Schritte», sagt Mario Fehr, «weitere werden folgen – denn bei Gewalt gegen Frauen kann es nur Nulltoleranz geben.»

Kantonspolizei Zürich
Mediendienst / Tel. 044 247 36 36
Marc Besson
 

Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 23. März 2020

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