Waffen

Waffengesetzänderung 2019

Was ist die wichtigste Änderung des Waffengesetzes aufgrund der Anpassung an die EU-Waffenrichtlinie?

Ab dem 15.08.2019 sind halbautomatische Zentralfeuerwaffen mit Ladevorrichtungen mit hoher Kapazität verboten. Das heisst, dass für deren Erwerb neu anstelle eines Waffenerwerbsscheins eine kantonale Ausnahmebewilligung „klein“ benötigt wird. Nur Sportschützen / Sportschützinnen und Waffensammler/innen können kantonale Ausnahmebewilligungen „klein“ beantragen, müssen aber zusätzliche Bedingungen erfüllen, um eine derartige Bewilligung zu erhalten. Dazu wird auf die beiden entsprechenden Fragen weiter unten verwiesen.

Ausnahmebewilligungen „klein“ können mit dem entsprechenden Gesuch Ausnahmebewilligung „klein“ bei folgender Stelle beantragt werden:

Kantonspolizei Zürich
Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe
Postfach
8021 Zürich
Tel. 044 247 27 25

waffen-sprengstoffe@kapo.zh.ch

Welche gesetzlichen Auflagen muss der Besitzer / die Besitzerin von neu verbotenen Waffen, die er / sie nach altem Recht erworben hat, beachten?

Antwort kann dem Schema entnommen
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Welche Voraussetzungen gelten für den Neuerwerb von „neu verbotenen Waffen (ab 15.08.2019)“?

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Wie kann ich meine „neu verbotene Waffe (ab 15.08.2019)“ nachmelden?

Im Kanton Zürich wohnhafte Personen, welche vor dem 15.08.2019 neu verbotene Waffen erworben haben, müssen diese innert drei Jahren bei der Fachstelle Waffen/Sprengstoffe der Kantonspolizei Zürich nachmelden (Nachmeldeformular). Diese Personen werden kostenlos eine Besitzbestätigung erhalten. Ist die Waffe bereits im kantonalen Waffenregister eingetragen oder wurde sie direkt von der Armee übernommen besteht kein Handlungsbedarf (Art.42b WG).

Wo erhalte ich eine Besitzbestätigung für „neu verbotene Waffen (ab 15.08.2019)“? Was kostet diese?

Für Waffen, welche bei der Fachstelle Waffen/Sprengstoffe nachgemeldet werden (Nachmeldeformular), erhalten Sie kostenlos eine Besitzbestätigung (Art. 71 WV). Unter Vorweisung dieser Besitzbestätigung können Sie weiterhin grosse Magazine (Ladevorrichtungen mit hoher Kapazität) erwerben.
Wenn Sie eine Besitzbestätigung für bereits im Waffenregister auf Sie registrierte Waffen wünschen (bspw. um Ladevorrichtungen mit hoher Kapazität zu erwerben), können Sie diese bei der Fachstelle Waffen/Sprengstoffe der Kantonspolizei Zürich kostenlos beantragen. Nutzen Sie dazu ebenfalls das Nachmeldeformular.
 

Kann ich weiterhin grosse Magazine (Ladevorrichtungen hoher Kapazität) erwerben?

Ab dem 15.08.2019 ist der Neuerwerb von grossen Magazinen (Ladevorrichtungen hoher Kapazität) nur noch möglich gegen Vorlage einer Besitzbestätigung, einer der neuen Ausnahmebewilligungen „klein“ oder des Dienstbüchleins (sofern die Armeewaffe als persönliche Ordonnanzwaffe direkt von der Armee übernommen worden ist [Art. 24a WV]).

Was ist zu beachten, wenn ich eine halbautomatische Zentralfeuerwaffe mit Waffenerwerbsschein erwerben will?

Halbautomatische Zentralfeuerwaffen dürfen weiterhin mit Waffenerwerbsschein erworben werden, wenn sie mit kleinen Magazinen ausgerüstet werden (Handfeuerwaffen 10-Schuss-Magazin, Faustfeuerwaffe 20-Schuss-Magazin). So erworbene Waffen dürfen nicht zusammen mit passenden grossen Magazinen aufbewahrt werden (Art. 5b WV).

Beispiel: A darf seine mittels Waffenerwerbsschein erworbene halbautomatische Waffe zusammen mit neu verbotenen Waffen von anderen Personen im Schiessstand in den Rechen stellen, da er nicht Besitzer der grossen Magazine der anderen Waffen ist.

Beispiel: A und B fahren zusammen im selben Auto. A hat eine mittels Waffenerwerbsschein erworbene Waffe das grosse Magazin der verbotenen Waffe von B passt in die Waffe von A. Da A nicht Besitzer des grossen Magazins ist, dürfen sie zusammen in den Schiessstand fahren.

Beispiel: A fährt alleine zurück vom Schiessstand und nimmt die grossen Magazine von B mit. Da eine Besitzübertragung (keine Eigentumsübertragung) stattgefunden hat, macht sich A strafbar. Dies analog zum Transport von Waffen von Dritten.

Wo erhalte ich eine Ausnahmebewilligung „klein“ für „neu verbotene Waffen (ab 15.08.2019)“?

Ausnahmebewilligungen „klein“ können mit dem entsprechenden Formular bei folgender Stelle beantragt werden:

Kantonspolizei
Zürich
Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe
Postfach
8021 Zürich
Tel. 044 247 27 25

waffen-sprengstoffe@kapo.zh.ch

Welche Pflichten habe ich als Sportschütze / Sportschützin und Erwerber/in einer „neu verbotenen Waffe (ab 15.08.2019)“?

Sportschützen und Sportschützinnen haben, sofern es keine Hinderungsgründe gibt, ein Recht auf eine Ausnahmebewilligung (Art. 13c WV). Sie dürfen aber nur halbautomatische Waffen mit grossen Magazinen (Ladevorrichtungen mit hoher Kapazität = LhK) und / oder zu halbautomatischen Waffen umgebaute Seriefeuerwaffen, sowie deren wesentliche Waffenbestandteile erwerben. Sie können keine neu verbotenen Waffen erwerben, welche sich unter 60 cm kürzen lassen.
Nach 5 und nach 10 Jahren seit dem ersten Erwerb einer neu verbotenen Waffe muss durch den Sportschützen / die Sportschützin der Schiess- oder Vereinsnachweis erbracht werden (Art. 13f WV). Dies gilt nur für den ersten Erwerb einer neu verbotenen Waffe. Der erste derartige Nachweis ist frühestens am 15.08.2024, also 5 Jahre nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes, notwendig.
Als Beweis der Vereinsmitgliedschaft gilt eine Bestätigung, eine Schiesslizenz o.ä. eines Schiessvereines. Der Schiessverein muss nicht in der Schweiz domiziliert und nicht für das ausserdienstliche Schiessen anerkannt sein.
Als Schiessnachweis gilt eine Bestätigung eines Vereins oder Schiesskellers über Ihre Schiesstätigkeit oder der Eintrag im militärischen Leistungsausweis (obligatorisches Schiessen / Feldschiessen). Die Zentralstelle Waffen des Bundes wird ein entsprechendes Formular bereitstellen. Sportschützen / Sportschützinnen, welche eine Ausnahmebewilligung für neu verbotene Waffen besitzen, müssen bei einem Wechsel des Wohnkantons dem neu zuständigen Waffenbüro eine Kopie der Ausnahmebewilligung und der Vereins- und Schiessnachweise zustellen (Art. 13c Abs. 4 WV).

Was sind meine Pflichten als Waffensammler/in und Erwerber/in einer „neu verbotenen Waffe (ab 15.08.2019)“?

Die Kantone können den Begriff des Sammlers / der Sammlerin und die Vorschriften zur sicheren Aufbewahrung von Waffen definieren (Art. 13g WV). Neu verbotene Waffen müssen vor dem Zugriff unberechtigter Dritter geschützt werden, was heissen kann, dass die ganze verbotene Waffe in einem sicheren Behältnis aufzubewahren (z.B. Baumarkt-Waffenschrank) oder der Verschluss aus der Waffe entnommen und in einem sicheren Behältnis aufzubewahren ist. Die konkreten Sicherheitsvorkehrungen müssen gegebenenfalls den räumlichen und persönlichen Umständen des Sammlers / der Sammlerin angepasst werden.
Im Kanton Zürich wohnhafte Sammler/innen müssen für den ersten Erwerb einer verbotenen Waffe und / oder bei geänderten Verhältnissen bei der Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe der Kantonspolizei Zürich ein Sicherheitskonzept über die Vorkehrungen zur sicheren Aufbewahrung der Waffe einreichen und ein Verzeichnis ihrer verbotenen Waffen führen (Art. 13h WV).
 

Was muss ich bei einer Übertragung einer Waffe von Privatperson zu Privatperson beachten (Kauf, Tausch, Schenkung, Erbschaft, Miete und Gebrauchsleihe etc.)?

Für jede Übertragung einer Feuerwaffe ist eine kantonale Ausnahmebewilligung oder ein Waffenerwerbsschein notwendig. Dies gilt auch unter Privatpersonen. Als Übertragung gilt jede Form von Besitzwechsel (Kauf, Tausch, Schenkung, Erbschaft, Miete, Gebrauchsleihe etc.).
In Ausnahmefällen (Art. 10 WG, z.B. Softairwaffen, Imitationswaffen, CH-Karabiner, etc.) genügt ein schriftlicher Vertrag. Die Vorlage für einen solchen Vertrag ist auf der Webseite des Bundesamts für Polizei (fedpol) erhältlich.
Der Veräusserer / die Veräusserin muss die ausgefüllte kantonale Ausnahmebewilligung, den ausgefüllten Waffenerwerbsschein (Kopie C) oder den schriftlichen Vertrag innert 30 Tagen (Waffenhändler innert 20 Tagen) den zuständigen Behörden zustellen (Art. 9c, Art. 9e und Art. 11 Abs. 3 WG).
 

Ich habe Waffen bzw. neu verbotene Waffen geerbt. Was muss ich beachten?

Sollten im Nachlass Waffen bzw. neu verbotene Waffen enthalten sein, müssen Sie als Erbe / Erbin und / oder Erbenvertreter/in wie bisher innert 6 Monaten eine pauschale Bewilligung bei der Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe verlangen (Art. 11 WV). Neu müssen Sie zusätzlich Vorkehrungen für die sichere Aufbewahrung der verbotenen Waffen treffen und Sie müssen ein Verzeichnis dieser Waffen führen (Art. 11 Abs. 3 WV).
Alternativ können Sie als Erbe / Erbin und / oder Erbenvertreter/in die Waffen bzw. neu verbotenen Waffen innert 6 Monaten an einen berechtigten Dritten (Waffenhändler/in oder Privatperson mit kantonaler Ausnahmebewilligung „klein“) übergeben. Eine Kopie der ausgefüllten Papiere ist innert 30 Tagen an das zuständige Waffenbüro / die zuständigen Waffenbüros zu senden.
Bei einer weiteren Verteilung an andere Erbberechtigte muss der Erbenvertreter / die Erbenvertreterin innert 30 Tagen die ausgefüllte Kopie der Ausnahmebewilligung „klein“ des Erwerbers / der Erwerberin an das zuständige Waffenbüro / die zuständigen Waffenbüros senden (Art. 11 Abs. 4bis WV) - im Kanton Zürich wohnhafte Erben / Erbinnen: Fachstelle Waffen/Sprengstoffe der Kantonspolizei Zürich.

Falls Sie eine Besitzbestätigung für eine bereits registrierte Waffe benötigen können Sie diese mit demselben Nachmeldeformular bei der Fachstelle Waffen/Sprengstoffe einfordern. Die Besitzbestätigung ist kostenlos.

Weitere Fragen zum Waffenrecht

Gesetzliche Grundlagen

  • Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition (WG) SR 514.54
  • Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition (WV) SR 514.541
  • Kantonale Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition (WafVO) LS 552.1

Zuständigkeiten

Wohngemeinde:

  • Waffenerwerbsscheine

Statthalteramt:

  • Waffentragbewilligungen
  • Einzug von Waffen (Waffenbesitzer/innen mit nachträglichen Hinderungsgründen)

Kantonspolizei Zürich:

  • Kantonale Ausnahmebewilligung "klein" für neu verbotene Waffen
  • Besitzbestätigung
  • Kantonale Ausnahmebewilligung
  • EU-Feuerwaffenpass
  • Waffentragprüfung
  • Waffenvernichtung
  • Rechtliche Auskünfte

Bundesamt für Polizei:

  • Ein- / Ausfuhrbewilligungen

Keine Waffen im Sinne der Gesetzgebung - gefährlicher Gegenstand

Gegenstände die zwar gefährlich sein können, jedoch nicht unter die Waffengesetzgebung fallen. Beispielsweise:

  • Abschussvorrichtung für PTG (Signalstift)
  • Pfefferspray (Inhaltsstoff OC)
  • Zweihändig bedienbare Messer; unabhängig der Grösse (Taschenmesser)
  • Einhändig bedienbare manuelle Messer; unabhängig der Grösse
  • Asymmetrische Dolche und Wurfmesser
  • Asymmetrische Dolche mit Säge, Haken oder Zacken (z.B. Pfadidolch)
  • Antike Feuerwaffen (hergestellt vor 1870); jedoch Tragverbot
  • Antike Hieb- Stich- und andere Waffen (hergestellt vor 1900); jedoch Tragverbot
  • Federwaffen wie Armbrust oder Pfeilbogen
  • Schleudern ohne Armstützen

Trägt eine Person einen gefährlichen Gegenstand an einem öffentlich zugänglichen Ort auf sich oder befindet sich ein gefährlicher Gegenstand im Auto und es besteht der Verdacht, dass dieser Gegenstand missbräuchlich verwendet werden könnte, kann die Polizei diesen Gegenstand sicherstellen.

Waffen im Sinne der Gesetzgebung

Waffen im Sinne der Gesetzgebung sind Gegenstände, die (mit Waffenerwerbsschein oder Vertrag oder Ausnahmebewilligung) zwar erworben aber nicht ohne Waffentragschein getragen werden dürfen.
Beispielsweise:

  • Feuerwaffen wie Pistolen, Revolver, Gewehre etc.
  • Gasschusswaffen
  • Schreckschusswaffen
  • Tränengasspray (Inhaltsstoff CS oder CN)
  • Schlagstöcke
  • Druckluft- und CO2-Waffen; wenn Mündungsenergie min. 7.5 Joule oder Verwechslungsgefahr
  • Imitations- und Softair-Waffen, wenn Verwechslungsgefahr
  • Paintball-Waffen, wenn Verwechslungsgefahr

Verbotene Waffen im Sinne der Gesetzgebung

Verbotene Waffen im Sinne der Gesetzgebung sind Gegenstände, welche weder erworben noch getragen werden dürfen. Beispielsweise:

  • Seriefeuerwaffen
  • Automatische Messer, wenn Klinge mehr als 5 cm und Gesamtlänge mehr als 12 cm
  • Schmetterlingsmesser, wenn Klinge mehr als 5 cm und Gesamtlänge mehr als 12 cm
  • Symmetrische Wurfmesser, wenn Klingenlänge mehr als 5 cm und weniger als 30 cm
  • Symmetrische Dolche (feststehende Klinge), wenn Klingenlänge mehr als 5 cm und weniger als 30 cm
  • Schlagringe
  • Schlagruten
  • Wurfsterne
  • Schleudern mit Armstütze
  • Elektroschockgeräte
  • Waffen, die einen Gebrauchsgegenstand vortäuschen (z.B. schiessende Handys oder Kugelschreiber etc.)

 

Neu verbotene Waffen im Sinne der Gesetzgebung

Neu verbotene Waffen im Sinne der Gesetzgebung sind ab dem 15.08.2019:

  • Zu Halbautomaten umgebaute Seriefeuerwaffen
  • Halbautomatische Zentralfeuerwaffen mit Ladevorrichtungen von hoher Kapazität
  • Halbautomatische Zentralfeuerwaffen, die ohne Funktionseinbusse unter 60 cm gekürzt werden können

Nur Sportschützen / Sportschützinnen und Waffensammler/innen können neu verbotene Waffen mittels kantonaler Ausnahmebewilligungen „klein“ erwerben, müssen aber zusätzliche Bedingungen erfüllen.

Wo erhalte ich einen Waffenerwerbsschein?

Im Kanton Zürich sind die Wohngemeinden für die Erteilung eines Waffenerwerbsscheins zuständig. Bei grossen Gemeinden / Städten mit Gemeinde- / Stadtpolizeien sind letztere üblicherweise für die Erteilung eines Waffenerwerbsscheins zuständig.

Ausnahmebewilligung / Waffenerwerbsschein mit Aufenthaltsbewilligung „B“

Bei ausländischen Staatsangehörigen ohne Niederlassungsbewilligung ist für den Erwerb von Feuerwaffen zusätzlich zu den üblichen Unterlagen eine Bestätigung des Heimatlandes nötig, wonach der Gesuchsteller / die Gesuchstellerin auch im Heimatland zum Erwerb von Waffen berechtigt wäre. Ein blosser Strafregisterauszug (Führungszeugnis, …) genügt nicht!

Ausländische Staatsangehörige ohne Niederlassungsbewilligung benötigen für den Erwerb jeder Waffe (auch Softairwaffen, Luftdruckwaffen etc.) einen Waffenerwerbsschein. 

Ausnahmebewilligung / Waffenerwerbsschein mit Niederlassungsbewilligung „C“

Für ausländische Staatsangehörige mit Niederlassungsbewilligung C gelten dieselben Kriterien wie für Schweizer Bürger/innen. Ausgenommen davon sind die Angehörigen bestimmter Staaten gemäss Art. 12 Waffenverordnung (siehe „Verbot für bestimmte Staaten“).

Verbot für bestimmte Staaten

Der Erwerb, der Besitz, das Tragen von Waffen, das Schiessen mit Waffen ist für Angehörige folgender Staaten verboten:

  • Serbien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Kosovo
  • Nordmazedonien
  • Türkei
  • Sri Lanka
  • Algerien
  • Albanien

Dies gilt auch für ausländische Staatsangehörige mit Niederlassungsbewilligung C!

Was ist mit „Hinderungsgründen“ gemeint?

Keinen Waffenerwerbsschein erhalten Personen, die:

  • das 18. Altersjahr noch nicht vollendet haben;
  • entmündigt sind;
  • zur Annahme Anlass geben, dass sie sich selbst oder Dritte mit der Waffe gefährden;
  • im Strafregister eingetragen sind wegen einer Handlung, die eine gewalttätige oder gemeingefährliche Gesinnung bekundet, oder wegen wiederholt begangener Verbrechen oder Vergehen (solange der Eintrag nicht gelöscht ist).

 

Ausnahmebewilligung / Waffenerwerbsschein abgelehnt - Waffenerwerb mittels Vertrag?

Die oben erwähnten Hinderungsgründe gelten sowohl für die Ausnahmebewilligung, den Waffenerwerbsschein, als auch für den schriftlichen Vertrag. Wenn also ein Gesuch abgelehnt wird und der Gesuchsteller / die Gesuchstellerin stattdessen mittels schriftlichem Vertrag eine meldepflichtige Waffe kauft, so macht er / sie sich wegen bestehenden Hinderungsgründen strafbar. Auch der Veräusserer / die Veräusserin macht sich in diesem Fall strafbar.

Eine mir bekannte Person, die Waffen besitzt, benimmt sich auffällig. Ich habe das Gefühl, dass sie sich selber oder Dritte mit ihren Waffen gefährden könnte. Was kann ich tun?

Erfahren Sie, dass eine Person im Besitz von Waffen ist und diese Person Grund zur Annahme gibt, dass Hinderungsgründe bestehen könnten, so muss dies ernst genommen werden. Bitte melden Sie Ihre Feststellungen beim nächsten Polizeiposten.

Ich habe melde- oder bewilligungspflichtige Waffen geerbt. Was muss ich beachten?

Sollten im Nachlass melde- oder bewilligungspflichtige Waffen enthalten sein, muss der Erbe / die Erbin und / oder der Erbenvertreter / die Erbenvertreterin diese Waffen innert 6 Monaten mittels Waffenerwerbsschein übernehmen (ein Waffenerwerbsschein für alle hinterlassenen Waffen, falls alle von demselben Erben / derselben Erbin und / oder Erbenvertreter/in übernommen werden). Dabei ist dem Gesuch für den Waffenerwerbsschein eine detaillierte Liste sämtlicher Waffen (Waffenart, Hersteller, Modell, Kaliber, Seriennummer etc.) beizulegen.

Alternativ können die Waffen von dem Erben / der Erbin und / oder Erbenvertreter/in innert 6 Mo-naten einem berechtigten Dritten / einer berechtigten Dritten (Waffenhändler/in oder Privatperson mit Waffenerwerbsschein) übergeben werden. Die ausgefüllte Kopie „C“ des Waffenerwerbsscheins ist innert 30 Tagen an das zuständige Waffenbüro zu senden.


Bei einer weiteren Verteilung an andere erbberechtigte Personen muss der Erbenvertreter / die Erbenvertreterin innert 30 Tagen die ausgefüllte Kopie „C“ des Waffenerwerbsscheins des Erwerbers / der Erwerberin an die ausstellende Behörde zurücksenden.


Sollten im Nachlass nur meldepflichtige Waffen enthalten sein muss der Erbe / die Erbin und / oder der Erbenvertreter / die Erbenvertreterin diese Waffen innert 6 Monaten mittels Waffenkaufvertrag übernehmen (ein Vertrag für alle hinterlassenen Waffen, falls diese von demselben Erben / derselben Erbin und / oder dem Erbenvertreter / der Erbenvertreterin übernommen werden). Dabei ist dem Vertrag eine detaillierte Liste sämtlicher Waffen (Waffenart, Hersteller, Modell, Kaliber, Seriennummer etc.) beizulegen.


Alternativ können die meldepflichtigen Waffen von dem Erben / der Erbin und / oder von dem Erbenvertreter / der Erbenvertreterin innert 6 Monaten einem berechtigten Dritten (Waffenhändler/in oder Privatperson mit Vertrag) übergeben werden. Eine Kopie des ausgefüllten Vertrags ist innert 30 Tagen an das zuständige Waffenbüro zu senden.


Bei einer weiteren Verteilung an andere erbberechtigte Personen muss innert 30 Tagen ein Kopie des ausgefüllten Vertrags des Erwerbers / der Erwerberin an das zuständige Waffenbüro / die zuständigen Waffenbüros senden. 

Ich habe verbotene Waffen und -zubehör geerbt. Was muss ich beachten?

Sollten im Nachlass verbotene Waffen und / oder Zubehör (Seriefeuerwaffen, Schalldämpfer etc.) enthalten sein, müssen Erben / Erbinnen und / oder Erbenvertreter / Erbenvertreterinnen wie bisher innert 6 Monaten eine pauschale Bewilligung bei der Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe verlangen (Art. 11 WV). Neu müssen Sie als Erbe / Erbin und / oder Erbenvertreter/in zusätzlich Vorkehrungen für die sichere Aufbewahrung der verbotenen Waffen treffen und Sie müssen ein Verzeichnis dieser Waffen bzw. des Zubehörs führen (Art. 11 Abs. 3 WV).

Alternativ können die verbotenen Waffen / das verbotene Waffenzubehör von dem Erben / der Erbin und / oder dem Erbenvertreter / der Erbenvertreterin innert 6 Monaten an einen berechtigten Dritten (Waffenhändler/in oder Privatperson mit kantonaler Ausnahmebewilligung) übergeben werden. Eine Kopie der ausgefüllten kantonalen Ausnahmebewilligung ist innert 30 Tagen an das zuständige Waffenbüro zu senden.

Bei einer weiteren Verteilung an andere erbberechtigte Personen müssen Erbenvertreter/innen innert 30 Tagen die ausgefüllte Kopie der Ausnahmebewilligung des Erwerbers / der Erwerberin an das zuständige Waffenbüro bzw. die zuständigen Waffenbüros senden (Art. 11 Abs. 4bis WV) - im Kanton Zürich wohnhafte Erben / Erbinnen: Fachstelle Waffen/Sprengstoffe der Kantonspolizei Zürich.

Wo erhalte ich eine kantonale Ausnahmebewilligung für verbotene Waffen und -zubehör?

Die Kantonspolizei kann Ausnahmen zum Erwerb verbotener Waffen und verbotenem Waffenzubehör bewilligen. Diese kantonalen Ausnahmebewilligungen werden nur sehr zurückhaltend und praktisch nur an ausgesuchte Personen erteilt.

Auskünfte erteilt die Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe (044 247 27 25, waffen-sprengstoffe@kapo.zh.ch).

Wo erhalte ich einen Waffentragschein?

Im Kanton Zürich werden die Waffentragscheine (nach bestandener theoretischer und praktischer Waffentragprüfung) durch die Statthalterämter des Wohnbezirkes ausgestellt.

Theoretische und praktische Waffentragprüfung

Bei Fragen zur Waffentragprüfung (für Waffentragscheine) wenden Sie sich bitte an die Kantonspolizei Zürich, Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe (044 247 27 25, waffen-sprengstoffe@kapo.zh.ch)

Wo erhalte ich einen EU-Feuerwaffenpass? Wozu brauche ich einen EU-Feuerwaffenpass?

Jäger/innen und Sportschützen / Sportschützinnen benötigen für das temporäre Verbringen von Feuerwaffen in einen anderen Schengenstaat einen europäischen Feuerwaffenpass. Dieser wird durch die Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe der Kantonspolizei Zürich erstellt. EU-Feuerwaffenpass

Der europäische Feuerwaffenpass ist kein Ersatz für eine Waffentragbewilligung.

Für das dauerhafte Verbringen (definitive Ein- resp. Ausfuhr) von Feuerwaffen sind Ein- resp. Ausfuhrbewilligungen notwendig - zuständige Stelle: Bundesamt für Polizei.

Was muss ich bei der Ein- und Ausfuhr von Waffen beachten?

Für das dauerhafte Verbringen (definitive Ein- resp. Ausfuhr) von Waffen in einen anderen Staat sind Ein- resp. Ausfuhrbewilligungen notwendig - zuständige Stelle: Bundesamt für Polizei.


Beachten Sie bitte, dass in anderen Ländern allenfalls andere Waffengesetze gelten und dass die Einfuhr von dort legal (via Internet-Shop) erworbenen Waffen in der Schweiz ein Vergehen gegen das Waffengesetz sein könnte.
 

Was muss ich machen, wenn ich eine Waffe importieren will?

Wenn Sie eine Waffe dauerhaft in die Schweiz bringen wollen, müssen Sie dazu eine Importbewilligung beim Bundesamt für Polizei beantragen. Je nach gewünschter Waffe benötigen Sie dazu zusätzlich einen Waffenerwerbsschein, eine Ausnahmebewilligung „klein“ oder eine Ausnahmebewilligung.
Der europäische Feuerwaffenpass ist kein Ersatz für eine Ein- oder Ausfuhrbewilligung.
 

Was muss ich bei Bestellungen im Internet beachten?

Schlagstöcke und Schlagringe, Elektroschocker, Softair-, Druckluft- und Imitationswaffen sowie einige Messer und Dolche gelten in der Schweiz als Waffen im Sinne des Waffengesetzes. Wenn Sie solche Gegenstände im Internet (Ausland) erwerben wollen, müssen Sie vor dem Kauf im Besitz einer entsprechenden Einfuhrbewilligung sein - zuständige Stelle: Bundesamt für Polizei.

Bitte beachten Sie, dass auch Internetseiten mit der Endung „.ch“ ihren Geschäftssitz möglicherweise im Ausland haben und dass Sie vor dem Kauf allenfalls eine Einfuhrbewilligung benötigen.

Was muss ich beim Transport von Waffen beachten?

Der Transport von Waffen zu Schiessübungen, zum Waffenhändler, zu Kursen, bei einem Wohnsitzwechsel etc. ist erlaubt. Beim Transport von Waffen müssen Waffen und Munition getrennt sein. Die Waffen dürfen nur solange transportiert werden, als es für die Tätigkeit, die dazu berechtigt, angemessen ist.

Was muss ich beim Aufbewahren von Waffen beachten?

Waffen, wesentliche Waffenbestandteile, Waffenzubehör, Munition und Munitionsbestandteile müssen sorgfältig aufbewahrt und vor dem Zugriff unberechtigter Dritter geschützt werden.

Jeder Verlust einer Waffe ist sofort der Polizei zu melden.

Es empfiehlt sich, den Verschluss von der Waffe getrennt aufzubewahren.

Wie entsorge ich nicht mehr benötigte Waffen?

Nicht mehr benötigte Waffen können in jedem Polizeiposten, bei den Stützpunkten der Verkehrszüge der Kantonspolizei Zürich oder direkt bei der Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe (Lessingstrasse 33-35, 8002 Zürich) gegen Verzichtserklärung abgegeben werden.

Eine entsprechend erstellte Empfangsbescheinigung / Verzichtserklärung muss vom Überbringer unterzeichnet werden.

Film der Kantonspolizei Zürich: Waffenvernichtung Juni 2016

Jährliche Waffenrückgabe-Aktion

Einmal jährlich findet bei einem Stützpunkt eines Verkehrszuges der Kantonspolizei Zürich eine Aktion „Freiwillige Waffenrückgabe“ statt. Dabei können nicht mehr benötigte Waffen und Munition, Messer und Laserpointer etc. gegen Verzichtserklärung abgegeben werden. Details zu den Aktionen werden frühzeitig auf der Homepage der Kantonspolizei Zürich sowie in den Medien publiziert.

Umgang mit Schusswaffen

Gehen Sie mit Schusswaffen immer sehr sorgfältig und überlegt um. Unfälle ereignen sich oft mit vermeintlich ungeladenen Waffen. Wenn Sie mit den Vorschriften und dem sicheren Umgang mit Waffen nicht vertraut sind, empfehlen wir Ihnen eine Ausbildung, beispielsweise bei einem Schützenverein.

Sicherheitstipps für den korrekten Umgang

Sicherheitstipps

  • Jede Schusswaffe ist immer als geladen zu betrachten
  • NIE eine Waffe auf etwas richten, das man nicht treffen will
  • Finger nur bei gewollter Schussabgabe am Abzug
  • Beachten Sie: Jede Schussabgabe kann strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
     

Eignet sich eine Schusswaffe als Selbstschutz?

In Notwehr-Situationen ist es Ihnen nur erlaubt, sich verhältnismässig und den Umständen angemessen zu wehren (Art. 15 StGB). Eine Schusswaffe ist meist kein angemessenes Mittel. Eine Waffe kann Ihnen in einer solchen Situation auch entrissen und gegen Sie eingesetzt werden.

Weitere Fragen / rechtliche Auskünfte

Bei weiteren Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich an die

Kantonspolizei Zürich
Fachgruppe Waffen/Sprengstoffe
Tel. 044 247 27 25
Fax 044 247 27 13

waffen-sprengstoffe@kapo.zh.ch